Vendée-Tourismus Dolmen & Menhire Vendée-Tourismus

Hinkelsteine kennt wohl ein jeder von Asterix und Obelix und auch wenn deren unbeugsames Dorf weiter nördlich in der Bretagne angesiedelt war, gibt es in der Vendée und gerade in der Umgebung von Jard einige recht erstaunliche Exemplare zu besichtigen.

Die west- und nordeuropäischen Megalithbauten wurden alle in der Jungsteinzeit und frühen Bronzezeit errichtet. Als Megalith (griechisch: großer Stein) bezeichnet man einen großen Steinblock, der für den Bau von Grab- und Kultanlagen benutzt oder als Monolith aufgestellt wurde.

Einzeln aufgestellte Menhire (Hinkelsteine) und mehrere Dolmen (Ganggräber) sind in der nahen Umgebung zu finden. Unter Dolmen versteht man die Gruppierung von Monolithen, welche mit einer großen Steinplatte abgedeckt sind. Meist ist nur noch die Hauptplatte und somit die eigentliche Grabkammer erhalten, welche auf den Orthostaten (Tragsteinen) ruht, da die umgebenden kleineren Menhire gerne zum Bau von Häusern genutzt wurden.

So schmückt sich auch das Restaurant "Le Menhir" in Avrillé mit einem solchen vor der Haustür, welcher mit ziemlicher Sicherheit nicht ursprünglich dort gestanden hat.

Die sehenswertesten und auch zugänglichen Exemplare finden Sie nachfolgend aufgelistet.
Eine passende Rundfahrt habe ich weiter unten für Sie zusammengestellt.



Dolmen „De la Frébouchère“

Dolmen
„De la Frébouchère“

GPS-Koordinaten:
Latitude: 46.4483N
Longitude: 1.4690W



Le Bernard - Entf.: 13 km

Dieser imposante Dolmen befindet sich in der Umgebung von Le Bernard.
Es ist die größte Anlage dieser Art im Süd-Westen Frankreichs.

Erhalten ist die große, rechteckige Kammer, die 3,50m breit, 7,20m lang und 2m hoch ist. Die Deckplatte, welche rund 80 Tonnen wiegt, liegt auf neun Orthostaten und wurde 1793 vom Blitz getroffen und in 2 Teile gespalten. Andere Quellen sehen Sprengungen von Schatzsuchern um 1833 als Ursache der Spaltung und des späteren Absturzes der halben Platte.

Ein spitz zulaufender Menhir im Inneren, der nicht den Deckstein stützt, hat religiöse Bedeutung.
Die Anlage wurde aufgrund der Größe lange als Unterstand und Schafstall benutzt und 1887 restauriert.

Der Legende nach war der ehemalige Besitzer das stete okkulte Treiben um den Dolmen leid und nutzte ihn absichtlich als Stall um die Pilger abzuhalten. Jedoch verstarb ein Tier nach dem anderen und ein Hexenmeister attestierte einen Fluch, wonach der Bauer das Gelände aufgab.

Weitere Informationen unter: Petit Patrimoine (französisch)



Dolmen
„ De la Savatole I-III“

GPS-Koordinaten:
Latitude: 46.4435N
Longitude: 1.4659W


Dolmen „De la Savatole I-III“

Le Bernard - Entf.: 12 km

Einige hundert Meter von obigem entfernt steht die Gruppe der Dolmen de la Savatole, bestehend aus insgesamt 3 Dolmen, welche kleiner und weniger hoch (1,50m) sind.

Wahrscheinlich sind Sie nicht in ihrer ursprünglichen Anordnung erhalten, da sie wenig subtil restauriert wurden.

Auf dem Weg zum Dolmen de la Frébouchère kommt man automatisch hier vorbei, Savatole I liegt direkt an der Straße.
November 2016: Der Eintrag in google maps stimmt nicht, bitte die Route Dolmen de la Frébouchère verwenden.

Weitere Informationen unter: Petit Patrimoine (französisch)



Dolmen
„De la Sulette“

GPS-Koordinaten:
Latitude: 46.4552N
Longitude: 1.5118W


Dolmen „De la Sulette“

Saint Hilaire la Forêt - Entf.: 8,5 km

Auf dem Weg von Saint Hilaire nach Avrillé befindet sich der Dolmen de la Sulette.
Zwischen 1989 und 1991 wurde der Dolmen ausgegraben und restauriert.

Der wie oft niedrige Eingang, was vermutlich erzwungene Demut vor den Toten bewirken sollte,
mündet in einen kleineren Raum von 2x2 Metern, welcher ebenfalls von einer Platte abgedeckt ist.

Die ganze Anlage ist und war größtenteils von Erde bedeckt und ist somit wahrscheinlich im Originalzustand erhalten.

Weitere Informationen unter: GVEP (französisch)



Menhir
„De la Boilière“

GPS-Koordinaten:
Latitude: 46.4668N
Longitude: 1.4822W


Menhir „De la Boilière“

Avrillè - Entf.: 12 km

Rund 1 km weiter östlich steht der Menhir de la Boilière,
ein Granitblock von 3,90m Höhe und einem Gewicht von 26 Tonnen.

In 1961, so sagt man, wurde der bis dahin immer noch aufrecht stehende Menhir von seinem Besitzer, einem Bauern, absichtlich umgestürzt um seinen Acker besser bewirtschaften zu können, einen Abhang hinunter gerollt und in einem nahen Teich versenkt.

1986 hat man ihn ausgegraben und anhand alter Fotografien und Plänen an seinem ursprünglichen Platz wieder aufgestellt. Aus den Unterlagen ging auch die exacte Ausrichtung gegen Süden hervor. Daneben wurde ein Deckstein mit Cupulus Vertiefungen platziert.

Am Feldrand wurde später ein Pfad eingerichet um den Menhir zu erreichen, ohne die Pflanzungen zu zertreten.

Weitere Informationen unter: Lieux-insolites (französisch)



Menhir
„Camp de César“

GPS-Koordinaten:
Latitude: 46.4692N
Longitude: 1.4957W


Menhir „Camp de César“

Avrillé - Entf.: 10 km

Der größte Menhir der Vendée und einer der größten ganz Frankreichs ist jedoch der „Roi des Menhirs“ (eigentlicher Name: Camp de César)

Mit seiner enormen Höhe von 8,70 Metern, davon 7m oberirdisch, einem Umfang von 8,65 Metern und einem geschätzten Gewicht von 85 Tonnen ein echter Hinkelstein.

Er befindet sich im Park hinter dem Rathaus von Avrillé, der ehemaligen Herberge "Les Trois Piliers".
In Richtung Jard gibt es einen kleinen Parkplatz und Zugang zum Park.

Aufgrund seiner Größe konnte er im letzten Jahrhundert nicht abtransportiert oder zerschlagen werden, wie es mit zwei weiteren, welche ursprünglich in unmittelbarer Umgebung standen und zum Bau des Piers von Les Sables d'Olonne verwendet wurden, geschah.

Weitere Informationen unter: Megalithes du monde (französisch)



Dolmen
„De la Cour du Breuil“

GPS-Koordinaten:
Latitude: 46.4329N
Longitude: 1.4532W


Dolmen „De la Cour du Breuil“

Le Bernard - Entf.: 12 km

Der Dolmen du Breuil ist seit 1889 als historisches Monument klassiert.

Die Deckplatte hat eine Länge von 3,80m und eine Breite von 2,90m.

Sie ruht heute auf 4 von ursprünglich 7 Orthostaten, die drei anderen wurden zum Strassenbau missbraucht.

Beachtenswert sind die runden Vertiefungen der Deckplatte, den Cupuli, von denen über 30 gezählt wurden. Diese Platten werden auch Schalensteine genannt, wobei über deren Bedeutung keine Klarheit besteht.

Reste eines Ganggrabes (Tumulus) sollen erkennbar sein.

Weitere Informationen unter: Monumentum (französisch)



La Fontaine
„Saint Gré“

GPS-Koordinaten:
Latitude: 46.4602N
Longitude: 1.4848W


La Fontaine „Saint Gré“

Avrillé - Entf.: 12 km

Diese Quelle geht auf die Bronzezeit zurück und wurde als Taufbecken genutzt.
Sie ist umgeben von 6 kleinen Menhiren und wird auch Fontaine de la Fèe oder de la Dame Blanche genannt.

Das Wasser der Quelle soll Asthma heilen, Augenkrankheiten lindern und Kindern helfen laufen zu lernen, wenn man sie am St. Pierre Tag in das Wasser taucht.

Bis zum Beginn des 20.ten Jh hielt sich ein Kult um die Quelle. Die Pilger kamen am 29.Juni (St. Pierre) vor Sonnenaufgang um Quellwasser zu schöpfen.

Überliefert ist folgender Spruch: Wenn du das Wasser der Saint Gré in der Nacht zum Saint Pierre trinkst, fühlst du dich (plus dret = droit im hiesigen Dialekt) gerader/stärker als der Menhir de la Boilière.

Weitere Informationen unter: petit patrimoine (französisch)



Die Pierres de Bel Air, eine Gruppe von vier Menhiren, fielen dem Straßenbau zum Opfer.
Andere kleinere Menhire stehen mitten im Feld, am Wegesrand oder sind eingezäunt, weitere befinden sich auf Privatbesitz und sind somit nicht so einfach zugänglich, wobei nicht sicher ist, ob es sich um die ursprünglichen Standorte handelt.

Im Jahre 1887 wurden die restlichen noch erhaltenen 10 Menhire sowie die Dolmen unter Denkmalschutz gestellt um sie vor dem Abbruch zu retten, da bis dahin viele von ihnen aufgrund der schönen Farbe des blauen Granits für den Hausbau gebrochen und sogar zum Bau des Piers von Les Sables verwendet wurden.
Neuerdings wird einer der großen Taufsteine der Fontaine Saint Gré vermisst.

Weitere Informationen, Standorte und genaue Daten erhalten Sie auf dieser (englischsprachigen) Webseite über Megalithen.
Die Webseite Lieux Insolites zeigt die vergessenen Orte und Sehenswüdigkeiten im Talmondais.

Das Musée de la Préhistoire - Le Cairn in Saint Hilaire la Forêt befasst sich ausführlich mit dem Thema.




Diese Route habe ich für Sie ausgearbeitet:

Von der Villa la Bernica starten Sie in Richtung Longeville
und besichtigen den Dolmen de la Cour du Breuil.
Von da geht es zu den Dolmen Savatole I-III
sowie dem berühmten Dolmen de la Frébouchère.
Weiter geht es in Richtung Avrillé dort sehen Sie sich die Fontaine de Gré
und den Menhir de la Boilière an.
Der mächtige Roi des Menhirs erwartet Sie im Park von Avrillé
auf dem Weg zurück nach Jard besuchen Sie noch den Dolmen de la Sulette.