Segeln & Vendée Globe

Jard sur Mer besitzt einen kleinen aber feinen Yachthafen, der in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut wurde. Am Ende des Port de Plaisance, dort wo die langstreckte und bis zum Ende begehbare Mole beginnt, befindet sich die Capitainerie, wo ein Aushang über Wind und Wetter Auskunft gibt und Aktuelles für Segler und Motorbootfahrer bereit hält.

Hafen

Webseite Yacht Club Jard sur Mer Der Nautic-Club von Jard sur Mer besteht seit über 40 Jahren und richtet unter anderem auch die Schiffsprozession zur Fête de la Mer aus.

Die Nautischen Anfahrtsrichtlinien für den Hafen finden Sie > hier.

Da das Hafenbecken kontinuierlich weiter ausgebaggert wird, legen sich die Boote nur noch bei großem Koeffizient auf die Seite, was auch heute immer noch ein spektakulärer Anblick ist.

Die Vendée Globe

Logo Vendee Globe Für passionierte Segler aber auch für alle am Segelsport Interessierten wichtiges Event ist die Vendée Globe. Start und Zielhafen dieser wohl härtesten Einhandregatta der Welt ist Les Sables d'Olonne. Diese alle 4 Jahre stattfindende Non-Stop-Regatta wird von nur einem Segler bestritten. Einmal um den Globus, das entspricht 24.000 Seemeilen (rund 45.000km) welche am Stück zu segeln sind, ohne dabei jemals fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen oder Land zu betreten. Dieser Wert ist allerdings eher theoretisch, denn der Sieger 2008-2009 Michel Desjoyeaux, der die Vendée Globe zum zweiten Mal gewann, brauchte immerhin 28.303 Seemeilen bei einer mittleren Geschwindigkeit von 14 Knoten (26km/h).

Die Route geht vorbei am Kap der guten Hoffnung, Kap Leeuwin zum Kap Horn und zurück nach Les Sables d'Olonne. Steuerbord, also rechts, stets die Antarktis, Backbord (linker Hand) die Kontinente. Um die durch modernste Technik wie GPS und immer schnelleren Booten vereinfachte Route spannend zu halten, wurden mehr und mehr Auflagen eingebaut, die zu erfüllen sind. Dies letztlich auch, um ein Abkürzen zu verhindern. So wurden virtuelle Tore eingebaut, die es zu passieren gilt. Besonders die stürmischen antarktischen Gewässer stellen eine enorme Herausforderung an Können und vor allem Ausdauer der Segler dar. Immer wieder kommt es zu schweren, auch tödlichen Unfällen.

Vendee Globe Route

Die nächste Vendée Globe startet im November 2016, wobei schon jetzt die Vorentscheidungen der Teilnehmer laufen, da diese Regatta nicht nur Höchstleistungen im Bootsbau erfordert, sondern auch enorme Anforderungen an die Kondition der Segler stellt. Unter anderem eine Testregatta, die Trophée Azimut vor Lorient/Frankreich selektierte schon 2013 die möglichen Teilnehmer. So wird auch ein deutscher Segler (Jörg Riechers) an der kommenden Vendée Globe teilnehmen, sofern er einen geeigneten Sponsor finden wird.

Teilnehmer 2016 Die Boote, sogenannte Monocoques, Einrumpfboote OPEN 60 Klasse IMOCA haben eine Länge von 60 Fuß (18,28m) bei einer Breite von 5,5m. Die Masthöhe beträgt max. 29m. Weitere Richtlinien um den Schutz der Teilnehmer zu verbessern wurden erlassen, so zum Beispiel die Reduzierung der Mastlänge; zuvor waren bis zu 35m im Rennen. Ausstattung, Proviant, Auswahl an Werkzeug und Reparaturmitteln liegen aber allein im Ermessen des Teilnehmers, wobei er stets dafür Sorge tragen muss das Boot gut ausbalanciert zu halten. Die Route richtet sich nach den vorherrschenden Winden und ist wie folgt festgelegt, wobei theoretisch die Nutzung des Panama Kanals möglich wäre, dies jedoch als Hilfestellung von Außen angesehen und somit zur Disqualifizierung führen würde. Gleiches gilt für Reparaturen am Boot, die nicht vom Skipper selbst mit an Bord vorhandenen Mitteln getätigt werden.

Teilnehmer 2016 Von Les Sables aus in See gestochen lassen die Segler Europa hinter sich und erreichen am Scheidepunkt von Nord- und Südatlantik den Äquator und umschiffen am Kap der guten Hoffnung Afrika, wo das erste virtuelle Tor, die Porte Aiguilles passiert werden muss. Unterhalb von Madagaskar liegt die Porte Crozet, die wie alle anderen, von Norden zu durchfahren sind. Der Korridor für eine Torpassage beträgt 1000 Seemeilen, wobei jedes Tor mindest einmal zu queren ist. Im Indischen Ozean verläuft die Route entlang der nördlichen Eismeergrenze. Hier muss die Porte Amsterdam passiert werden, ehe unterhalb Australiens nach dem Kap Leeuwin die Tore Australien Quest und später Est erreicht werden. An der Porte Nouvelle Zélande bewegt sich die Route zwischen dem Südpazifik und dem Arktischen Meer. Nach Passage der Porte Pacifique Quest ist mit der Porte Pacifique Est die letzte Auflage erfüllt und vorbei an Kap Horn geht es entlang der südamerikanischen Küste zurück in Richtung Europa.